Erinnern heißt kämpfen: Der 8. Mai muss Feiertag werden!

Podiumsdiskussion mit

Deniz Celik (MdHB, Die Linke)
Michael Gwosdz (MdHB, Bündnis 90/Grüne)
Olaf Steinbiß (MdHB, SPD)

Dienstag, 3. Februar 2026, 19 Uhr
Galerie der Gegenwart (Hamburger Kunsthalle, Ferdinandstor 1)

Hier gibts den Flyer und hier die Sharepics für die Online-Mobilisierung

80 Jahre nach der Befreiung von Faschismus und Weltkrieg sind die Schlussfolgerungen für ein neues Niveau kooperativer, entschieden ziviler Verhältnisse durch die Vielen, die damals durch die Weltgemeinschaft gezogen wurden, noch immer nicht verwirklicht und heftig umkämpft.

1945 sah die Antihitlerkoalition im Potsdamer Abkommen die konsequent demokratische Gestaltung der deutschen Gesellschaft vor – nicht zuletzt entgegen der wirtschaftlichen Machtkonzentration, die in Faschismus und Krieg geführt hatte – und forderte nach zwei von deutschem Boden begonnenen Weltkriegen die vollständige materielle wie kulturelle Entmilitarisierung Deutschlands. Das Völkerrecht sollte mit der Gründung der Vereinten Nationen für die Verwirklichung freundschaftlicher, strikt ziviler Beziehungen zwischen den Völkern wirken und setzte die gleiche Würde aller Menschen als unwiderruflichen Maßstab.

Das Grundgesetz (1949) und die Hamburger Verfassung (1952) greifen das Streben nach Frieden, Emanzipation und sozialer Gleichheit auf: Die Stadt Hamburg will demnach „im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt sein“ und die politische, soziale und wirtschaftliche Gleichberechtigung durch politische wie wirtschaftliche Demokratie verwirklichen.

Die antifaschistischen Schlussfolgerungen zur Schaffung solidarischer Verhältnisse entgegen dem Schüren internationaler Konkurrenz, militärischer Konfrontation und kultureller Rohheit können angesichts des enormen gesellschaftlichen Reichtums heute erst recht eingelöst werden. Sie sind Bezugspunkt für fortschrittliche Kräfte weltweit.

Gegen diese humane Perspektive richtet sich der Kulturkampf der AfD: rassistischer Dünkel und die sozialdarwinistische Konstruktion angeblicher „Sozialschmarotzer“ gegen soziale Gerechtigkeit; eine Volte zurück in die Fünfzigerjahre mit klassischen (Familien-)Rollenbildern gegen kulturelle Entfaltung und Egalität; militärischer Stärkekult und Nationalismus gegen internationale Solidarität. Das Rechte ist historisch und aktuell Teil einer Verhinderungsfront, die zur Aufrechterhaltung und chauvinistischen Zuspitzung der profitorientierten Gesellschaftsordnung drängen soll. 

Die Hamburger Zivilgesellschaft – darunter Gewerkschaften und Parteien, antifaschistische Initiativen, Kultur- und Bildungseinrichtungen – hat bereits 2022 einen Gedenktag zum 8. Mai errungen. Der offizielle, arbeitsfreie Feiertag steht noch aus: „überfällig seit sieben Jahrzehnten“ (Esther Bejarano zum 8. Mai 2020). Er soll allen die Wahrnehmung ihrer Bedeutung dafür eröffnen, aus den Kämpfen und Ambitionen der humanistischen Kräfte zu lernen, die in systemübergreifendem Zusammenwirken die Befreiung errungen haben: Kommunist:innen, Sozialdemokrat:innen und bürgerliche Kräfte, Gewerkschafter:innen und Pazifist:innen, Intellektuelle und Künstler:innen, Partisan:innen und Fluchthelfer:innen, Wehrmachtsdeserteure und Mitglieder der alliierten Streitkräfte von der Sowjetunion bis zu den USA.

Mit Abgeordneten der Hamburger Parteien, die mit der Forderung nach dem Feiertag zum 8. Mai ihre historische Rolle im antifaschistischen Bündnis wahrnehmen, wollen wir diskutieren, welche Schlussfolgerungen sie aus der Befreiung 1945 ziehen und wie wir den 8. Mai als Auftakt für die erweiterte Dynamik ziviler, demokratischer und sozialer Entwicklung gegen Rechts zum Feiertag machen.