Rede von Alli Kildahl (St. Paul Federationof Educators, USA)

englische Originalversion unten

Boozhoo gakina awiya. Nindizhinikaaz Alli Kildahl, nindonjibaa Minneapolis, Mni Sota Makoce. Hallo zusammen. Ich heiße Alli Kildahl und komme aus Minneapolis, Minnesota, in den USA. Dies sind Worte aus der Ojibwe-Sprache, weil meine Vorfahren dieses Land mit Betrug und Gewalt von den Dakota- und Ojibwe-Völkern gestohlen haben. Ich bin weder Ojibwe noch Dakota, aber ich bin Lehrerin, und ich möchte, dass meine Schüler:innen die wahre Sprache und Kultur ihres Landes, Mni Sota Makoce, lernen.

Ich habe vieles von den Dakota gelernt. Wenn jemand um Essen bittet, gib ihm Essen. Das zeigt Ohanwaste, oder Großzügigkeit. Jeder verdient Wo ohoda, oder Respekt. Und wir sind alle Verwandte, die eine Verbundenheit teilen, Tiospaye. Ich nutze Dakota-Geschichten, um meinen Schülern diese Lektionen zu vermitteln. Ich erzähle ihnen die Ojibwe-Geschichte vom Wendigo – einem Menschen, der von Gier verzehrt wird, der aufhört, sein Essen mit anderen zu teilen, nicht mehr merkt, dass seine Gier anderen schadet, und schließlich zu einem eisigen Monster wird, das Unschuldige jagt, aber besiegt wird durch den Mut eines kleinen Mädchens, das nicht will, dass jemand verletzt wird.

Meine Schüler erfahren auch, dass die USA die Dakota zwangen, Verträge zu unterschreiben, die Dakota-Land aufgaben im Tausch für Geld und Essen, das die Dakota nie erhielten. Warum? Weil Kolonisatoren gierig sind und immer mehr Land und Reichtum wollen, egal was es kostet. Ein angesehener Dakota-Führer namens Taoyateduta, auch bekannt als Little Crow, riet seinem Volk zur Gewaltlosigkeit, aber als die Dakota 1862 in den Krieg gegen die USA zogen, erklärte er, dass er kein Feigling sei, und schloss sich dem Kampf an. Nach sechs blutigen Wochen des Widerstands ergaben sich die Dakota den USA, und Präsident Abraham Lincoln unterzeichnete den Hinrichtungsbefehl für 38 Dakota-Krieger – die größte Massenhinrichtung in der Geschichte der USA. Die Dakota wurden in Konzentrationslagern gefangen gehalten und mitten im kalten Winter aus Minnesota vertrieben. Taoyateduta wurde von Kopfgeldjägern aufgespürt und für 500 Dollar getötet. Wer ist in dieser Geschichte der Wendigo?

Als Europäer und indigene Völker während des Pelzhandels begannen, Ideen auszutauschen, wurde deutlich, dass die europäische Gesellschaft einiges zu wünschen übrig ließ. Im 17. Jahrhundert führte ein indigener Wendat-Denker namens Kandiaronk einen vergleichenden Dialog mit Louis Armand, dem Baron de Lahontan. Lahontan versuchte, die Wendat zum Christentum zu bekehren, doch Kandiaronk widersprach. Was hatte das Christentum für Europa oder für irgendjemanden sonst gebracht? Kandiaronk hatte Frankreich besucht und mit eigenen Augen gesehen, wie Bettler behandelt wurden – sie wurden auf der Straße verhungern gelassen, weil sie kein Geld hatten. Der König traf die letzte Entscheidung in jeder Angelegenheit und konnte seine Meinung aus einer Laune heraus ändern, was das Leben aller seiner Untertanen beeinflusste, indem er sie in den Krieg schickte oder eine Steuer erhob. Reichtum und Macht verstärkten sich gegenseitig, und wenn die Menschen weder das eine noch das andere besaßen, war ihre Lebensqualität miserabel – und die meisten von ihnen akzeptierten einfach ihre Stellung.

In der Wendat-Kultur und in den meisten indigenen Kulturen weltweit ist Großzügigkeit die Regel – die Menschen kümmern sich umeinander. Kandiaronk schien Lahontan für irreführend und die Franzosen für selbstsüchtig und gierig zu halten. Wer profitiert davon, die Verherrlichung von Reichtum aufrechtzuerhalten? Lahontan, zutiefst bewegt, schrieb über seine Gespräche mit Kandiaronk, die zu einem großen Teil die Aufklärung inspirierten. Neue Ideen über gute Regierungsführung und Gesellschaftsverträge blühten auf und führten zu einer Skepsis gegenüber Monarchien und demklassischen liberalen Denken.

Ich brauche euch nicht zu sagen, was dann geschah. Die Europäer kolonisierten den gesamten Globus und stahlen den indigenen Völkern Land, Arbeitskraft und Ressourcen. Sie entführten Afrikaner:innen und warfen sie in Ketten, verschifften sie über den Atlantik und versklavten sie in der Neuen Welt. Die Gier jedes einzelnen Kolonialstaates wurde vom nächsten noch übertroffen, und ganze Imperien wuchsen durch Eroberung und Diebstahl.

Die europäischen Liberalen hatten ein schlechtes Gewissen. Wie konnten sie gute Christen sein, wenn sie Leid verursachten? Die Antwort war Rassismus – eine perfekt verpackte Erklärung dafür, warum indigene Völker es verdienten, ausgeplündert zu werden. Europäer mussten allen anderen „Rassen“ überlegen sein. Schließlich waren die Europäer die Reichsten und Mächtigsten.

Und als die Europäer den Kapitalismus dem Rest der Welt aufzwangen, stärkte der Rassismus die europäische Hegemonie. Der Kapitalismus benötigt eine permanente Unterklasse armer Arbeiter:innen – der Rassismus lieferte die perfekte Unterklasse. Wenn schwarze Amerikaner:innen es nicht zu etwas brachten, dann strengten sie sich eben nicht genug an. Wenn weiße Menschen nicht reich wurden, mussten sie einfach härter arbeiten – es gab ja genug reiche weiße Menschen auf der Welt, was bewies, dass jeder weiße Mensch seinen Status verbessern konnte. Der Kapitalismus bot für Menschen aller Ethnien eine Anreizstruktur, Eigeninteresse über Kooperation und Bündnisbildung zu stellen. Wenn man in einem kapitalistischen System den Blick vom Wesentlichen abwendet, kann man in Verschuldung geraten und vielleicht sogar ins Gefängnis kommen, also ist es am besten, den Kopf unten zu halten und Geld zu verdienen: „Kümmere dich nicht um jene Kinderarbeiter:innen dort drüben, oder um die gefährlichen Bedingungen im Schlachthof, oder um die Lynchmorde im Süden. Baue auf keinen Fall eine Gewerkschaft auf!“ Das könnte dich deinen Job kosten, und dann stündest du auf der Straße.
Aber dank fortschrittlicher Gewerkschaftsführer:innen wie Samuel Gompers, Mother Jones und Eugene V. Debs begann in den USA eine Gewerkschaftsbewegung zu wachsen, und die Arbeiter:innen erkannten, dass sie gewinnen, wenn sie sich organisieren und kämpfen. Dank ihnen haben wir heute die 40-Stunden-Woche, Kinderschutzgesetze und Arbeitsschutzstandards.

Unterdessen wurde die US-Regierung zum Musterschüler der europäischen Denkschule der Kolonisatoren. Die US-Armee eroberte den amerikanischen Westen, und dann – mit unstillbarem Appetit – nahm sie Hawaii, Puerto Rico, Kuba und die Philippinen. Die USA behielten zur Sicherheit die gesamte westliche Hemisphäre im Auge: Wo wären die Filipinos ohne die amerikanische Zivilisation? Wie könnten Hawaiier ihren Ananasgewinn ohne den amerikanischen Kapitalismus maximieren? Die USA überzeugten sich selbst, dass sie der Welt einen Gefallen taten, während sie gleichzeitig ihre schwarzen Einwohner der Sklaverei und dann der systematischen rassistischen Unterdrückung aussetzten.

Die Kolonisatoren schikanierten die restliche Welt so lange, bis sie begann, sich mit den gleichen Regeln zu wehren, die sie von den USA und Europa gelernt hatte. Japan erkannte, dass es ausgehöhlt würde, wenn es die Kolonisatoren nicht davon überzeugen könnte, es in Ruhe zu lassen. Chinesische Territorien und pazifische Inseln fielen nach und nach an das neu formierte japanische Militär.

Europa war von der Gewalt des Ersten Weltkriegs verwüstet und kämpfte darum, seinen Menschen angemessene Lebensbedingungen zu bieten. Hitler und Mussolini veranstalteten ihre faschistischen Machtübernahmen, und die Linke war zu schwach, um sie aufzuhalten. Auch die USA hätten leicht nach rechts fallen können – Huey Long und Charles Lindbergh wären nur allzu begeistert gewesen, die Macht zu übernehmen und ein Bündnis mit Hitler zu schließen. Die amerikanische Arbeiterbewegung blieb jedoch intakt, sodass Roosevelt, als er antrat, auf die Linke zurückgriff, um den New Deal umzusetzen. Dieses Bündel von Gesetzen, inspiriert vom Sozialismus und von Arbeiterbewegungen, brachte mehrere staatliche Wohlfahrtsprogramme hervor, wie die Sozialversicherung, die Works Progress Administration, das Civilian ConservationCorps und die National Recovery Administration. Und dennoch war der New Deal nicht perfekt. Trotz all seiner Verdienste tat Roosevelt nicht viel für schwarze oder indigene Menschen. Aber der New Deal diente als Bollwerk gegen den amerikanischen Faschismus, und einige seiner Politiken bestehen bis heute fort.

Als Japan Pearl Harbor angriff, hatte Hitler bereits Mitteleuropa unter seine Kontrolle gebracht, und die amerikanische Debatte über ein Eingreifen war zu keinem Ergebnis gekommen. Sobald die USA Japan den Krieg erklärten, erklärte Hitler den USA den Krieg, und plötzlich kämpften die Amerikaner in Europa gegen den Faschismus. Die US-Koalition erforderte ein Maß an Zusammenarbeit zwischen Ethnien, sozialen Klassen und Geschlechtern, das in einer Kolonisatoren-Gesellschaft bisher kaum zu sehen gewesen war, aber die anti-deutsche Propaganda war überzeugend, und die Amerikaner daheim und im Ausland waren begeistert, gegen eine Armee zu kämpfen, die sie als böse ansahen.

Die Risse begannen sich zu zeigen, als der Krieg weiterging. Warum war die US-Regierung bereit, zu kämpfen, um jüdische Menschen in Europa vor einem rassistischen Regime zu schützen, nur wenige Jahre, nachdem sie die jüdischen Flüchtlinge an Bord der MS St. Louis abgewiesen hatte? Wie konnten die USA ein Vorkämpfer der Freiheit sein, wenn sie die Jim-Crow-Segregation im amerikanischen Süden aufrechterhielten – genau jenes System der Rassentrennung, das das NS-Regime inspiriert hatte? Wofür standen die USA, wenn nicht für die Internierung japanischstämmigerAmerikaner in Konzentrationslagern, die Vergasung mexikanischer Einwanderer und Landarbeiter an der Südgrenze und den Völkermord an indigenen Völkern im ganzen Westen und in den amerikanischen Kolonialbesitzungen? Schwarze Soldaten wurden in Europa mit Respekt und Würde behandelt, nur um nach Hause zurückzukehren und wieder in die demütigende Unterwerfung unter die weiße Vorherrschaft gezwungen zu werden. Die US-Regierung musste ihre rassistischen Feinde im Ausland besiegen, aber Menschen of Color zu ermächtigen und die ungerechte Wirtschaft und die Machtdynamik des Südens umzustürzen, war ihr dann doch zu viel.

Diejenigen, die für den Sieg über den Faschismus 1945 kämpften, weinten und bluteten, wussten, wie schwierig es gewesen war, das Bündnis aufzubauen und lange genug zu erhalten, um zu gewinnen. Die Menschen hatten die Nase voll– sie hatten die Armut und Unsicherheit der 1920er und 30er Jahre durchlebt, nur um in den 40er Jahren ihr Leben auf dem Schlachtfeld oder in unsicheren Fabriken zu riskieren. Arbeiter:innen sahen sich um und erinnerten sich an ihre Macht – sie hatten gerade erst den Faschismus besiegt, und es gab nichts, was sie nicht tun konnten, wenn sie sich organisierten.

Wie in Deutschland waren die Jahre 1945/46 die mit dergrößten Welle amerikanischer Arbeitskämpfe in der Geschichte der USA. Fabrik- und Automobilarbeiter schlossen sich zusammen und führten massive Streiks durch, die die Produktion im ganzen Land lahmlegten. Meine Lehrergewerkschaft in St. Paul, Minnesota, beteiligte sich 1946 am ersten Lehrerstreik der US-Geschichte, erkämpfte die Tarifverhandlungen für Lehrkräfte und forderte bessere Bedingungen an den Schulen.

Menschen aus dem Globalen Süden erhielten mehr Bewegungsfreiheit als je zuvor. Wenn die Kolonisatoren ihre Wirtschaft und Ressourcen erschöpft hatten, konnten die Menschen nun in ein reiches Land auswandern – vorausgesetzt, sie hatten ausreichend am kapitalistischen Weltsystem teilgenommen, um die nötigen Geldsummen aufzubringen. Viele entschieden sich für die Einwanderung in die USA, nur um dort wie Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden von Menschen, deren Vorfahren das Land gestohlen hatten, auf dem sie nun lebten. Einwanderern wurde alles vorgeworfen, vom Jobdiebstahl bis hin zu Gewaltverbrechen, obwohl weiße Amerikaner weitaus häufiger Straftaten begehen als Einwanderer.

Der Neoliberalismus übernahm die Bühne. Die Anti-Armutsprogramme, die Johnson in den 1960er Jahren aufgebaut hatte, wurden von Reagan demontiert. Wirtschaft und Kapital würden alles retten – solange wir uns an unseren eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen könnten. Regierungsprogramme wurden absichtlich ausgehöhlt und kaum noch am Leben gelassen, nur damit die Rechte auf sie zeigen und sagen kann: „Seht her, sie funktionieren nicht. Zeit, alles niederzureißen.“ Wieder einmal versuchen diejenigen mit übergroßem Reichtum, ihre Macht über den Rest von uns zu festigen.

Heute erhebt sich der Faschismus erneut. Trump testet die Grenzen der Verfassung, sieht, wie weit er gehen kann, und erweitert dabei seinen Einflussbereich. Seine Regierung baut auf Sündenböcken unter den Einwanderern auf. Während er selbst der Verfolgung für kriminelles Verhalten entgeht, zeigt er auf meine Nachbarn und beschuldigt sie des Betrugs, nur weil sie Somalier sind. Ich blickte auf meine Schulgemeinschaft, die voller Schüler of Color ist, viele von ihnen Einwanderer der ersten oder zweiten Generation. Ich wusste schon seit Jahren, dass ich mich schützend vor sie stellen würde, wenn bewaffnete Gewalt an unsere Schule käme. Nun fand ich mich damit ab, dass ich mich zwischen meine Schüler und eine ICE-Invasion stellen würde. Aber ich fragte mich: Gab es einen Weg, die Regierung ganz zurückzuschlagen?

Wir begannen uns vorzubereiten, indem wir uns gegenseitig in den Methoden der Verfassungsbeobachtung schulten. Unsere Einwanderer-Rechtsorganisationen und Gewerkschaften begannen, die Signal-Gruppen zu bilden, auf die wir uns stützen würden. Pfeifen wurden verteilt, und hin und wieder durchsuchte ICE Arbeitsplätze und Häuser. Unsere Reaktion war unverzüglich, gewaltfrei und entschlossen. Wellen gingen durch unsere Schulen. Wir würden die Bundesregierung nicht straflos auf unseren Straßen oder unter unseren Schülern operieren lassen. Keith Porter wurde in Los Angeles von einem nicht im Dienst befindlichen ICE-Agenten getötet, und wir trauerten um ihn. Wir hofften, dass es nicht in unseren Städten passieren würde.

Einer meiner Schüler sagte mir, dass er möglicherweise aus dem Bundesstaat fliehen müsse. Er war letztes Jahr so still gewesen, aber in den letzten Monaten hatte er endlich angefangen, aus sich herauszukommen. Er nahm an unserer ersten Lateinamerikanischen Kulturerbe-Feier teil – er trat auf, plante und steckte sein ganzes Herz und seine Seele in diese Veranstaltung. Mir wurde schwer ums Herz bei dem Gedanken, dass ihm und seinem Vater etwas zustoßen könnte. Andere Familien meiner Schüler machten ähnliche Überlegungen, auszureisen.

Der Winter wurde dunkel und kalt. Der eisige Schatten des Wendigo erstreckte sich über Minneapolis und St. Paul. Am 7. Januar wurde Renee Good in Minneapolis von einem ICE-Agenten ermordet. Sie hatte auf die Entführung ihres Nachbarn reagiert. Sie war mutig und hatte den Wendigo besiegen wollen. Sie versuchte, aus dem Weg zu gehen, und Jonathan Ross schoss ihr ins Gesicht. Der Wendigo besuchte an jenem Nachmittag die Roosevelt High School und terrorisierte Personal und Schüler vor dem Gebäude.

Familien, Gemeindemitglieder und das Personal begannen, sich in Sicherheit zu bringen, aus Angst, ihre Häuser zu verlassen, weil die 3.000 ICE-Beamten in Minnesota täglich Dutzende Menschen entführten. Ich erinnere mich an Liam Conejo Ramos, den fünfjährigen Jungen, der als Köder benutzt wurde, um seinen Vater in die Kälte zu locken, damit Agenten beide schnappen konnten. Ich erinnere mich an Chongly Scott Thao, einen Hmong-Ältesten, der nur mit einem Gewand und Crocs bekleidet im Schnee aus seinem Haus geführt wurde, weil ICE dachte, er sei jemand anderes. Ich erinnere mich, dass ich unterrichtete und dann den Signal-Chat für Sofortmaßnahmen überprüfte, um zu sehen, dass Hunderte und Aberhunderte von Nachrichten über ICE-Sichtungen und Kennzeichenkontrollen an mir vorbeigerauscht waren, als ich nicht hinsah. Eine Kollegin verglich diese maskierten, stiefeltragenden Schläger mit dem Ku-Klux-Klan oder Sklavenpatrouillen. Sie lag nicht falsch – ein Arm des Staates, der darauf ausgelegt ist, die Macht und den Reichtum weniger auf Kosten aller anderen zu schützen.

Ich erinnere mich, dass Dakota, Ojibwe und andere indigene Menschen auf genau dem Land festgehalten wurden, das ihnen gestohlen worden war. ICE-Agenten brachten die Inhaftierten in das Whipple Government Building in Fort Snelling, das auf heiligem Dakota-Land errichtet worden war, um die Dakota zu unterdrücken und aus Minnesota zu vertreiben. Das ist keine neue Geschichte, sie wiederholt sich.

Wir hätten randalieren können oder in zynische Untätigkeit verfallen. Stattdessen taten wir das, was wir nach der Ermordung von George Floyd taten: Wir organisierten uns. Über unsere Gewerkschaft, die St. Paul Federation ofEducators, schufen wir eine Kommunikations- und Unterstützungsstruktur, die sich über die ganze Stadt ausbreitete. Wir bauten ein Netzwerk der gegenseitigen Hilfe, Schulpatrouillen und Spendensammlungen auf, das sich mit dem breiteren Widerstand gegen Metro Surge verband, um ein Schutzfeld um unsere betroffenen Familien zu bilden. Lebensmittel wurden an Menschen geliefert, die sich in Sicherheit gebracht hatten. Jede Schule hatte Gemeindemitglieder mit Westen und Pfeifen, die bereitstanden, um ICE-Agenten anzuprangern, falls sie es wagten, sich Kindern zu nähern. Und Geld floss an jene, die sich nicht sicher fühlten, zur Arbeit zu gehen, damit sie Miete und Nebenkosten bezahlen konnten.

Am 23. Januar riefen wir einander zu einem Tag ohne Arbeit, ohne Einkäufe und ohne Schule auf. Wenn wir die Wirtschaft für einen Tag zum Stillstand bringen könnten, würde das die Aufmerksamkeit aller erregen und die Stärke unserer Widerstandsbewegung zeigen. Bei gefühlt -45 Grad. Über 100.000 Menschen kamen; mehr als 800 lokale Unternehmen schlossen, viele davon in Einwandererbesitz. Jeder vierte Mensch in Minnesota beteiligte sich auf irgendeine Weise am Streik, auch wenn sie nicht am Marsch teilnahmen.

Am nächsten Tag versuchte Alex Pretti, seinem Nachbarn zu helfen und zu dokumentieren, dass Bundesagenten zufällig auf ihn abzielten. Er wurde von den Bundesagenten Raymundo Gutierrez und Jesus Ochoa ermordet.

Wir hatten Telefone; sie hatten Tränengas. Unsere Herzen waren gebrochen; sie hatten Angst vor uns, obwohl sie diejenigen mit den Waffen waren. Am 30. Januar führten Schüler den Aufruf zur Ausweitung des Generalstreiks an, und weitere 100.000 marschierten in Hunderten von Protesten im ganzen Land. Den Amerikanern fällt es schwer, Bündnisse zu bilden, weil unsere Politik so verflacht ist, aber die Besatzung stachelte uns an – die Organisation dieser Streiks wurde zu einer Überlebensfrage, und unser Bündnis war eisern.

Meine Schule verlor Schüler:innen, zuerst in einem kleinen Rinnsal, dann in einem Strom. Auf dem Höhepunkt der Besatzung war das Gebäude halb leer. Jener Schüler, der befürchtet hatte, aus dem Bundesstaat fliehen zu müssen, schrieb mir, dass er wegging; ICE habe an jenem Morgen alle Türen seiner Straße eingeschlagen, also sei er zu seinem Onkel geflohen und habe all den Besitz seiner Familie zurückgelassen. Ich fragte, ob er Geld brauche oder Essen oder eine Eskorte von Unterstützungs-Autos auf dem Weg aus Minnesota bis weit hinter die Staatsgrenze – er sagte nein. Er wollte nur meine Hilfe bei der Anmeldung für die Online-Schule, damit er weiter am Unterricht teilnehmen konnte. Er hatte fest vor, an unsere Schule zurückzukehren, fast als wüsste er, dass diese Besatzung eines Tages enden würde.

Ich wandte mich an Schüler:innen, um zu sehen, ob sie Lebensmittel brauchten; zwei meiner Kolleginnen waren nach der Arbeit jeden Tag geblieben, um unsere Notfall-Lebensmittelausgabe zu lagern, zu organisieren, zu packen und Lieferungen zu fahren. Ich prüfte, ob Familien Hilfe bei der Miete brauchten – unsere Sozialarbeiterin sammelte Informationen von ihnen und half ihnen, mit gespendetem Geld zu versorgen. Ich lernte Betsy kennen, eine Bibliothekarin an einer nahegelegenen Highschool, die lokale Unternehmen, Charterschulen und Eltern in das Netzwerk der gegenseitigen Hilfe einlud. Michou, eine Vorschullehrerin an einer nahegelegenen Grundschule, kämpfte wie eine Löwin dafür, dass unser Mietzuschuss-Fundraising das Geld an die Familien verteilte, die es am dringendsten brauchten. Emily, eine Schulsozialarbeiterin, sagte am Minnesota State Capitol über die Auswirkungen der Besatzung auf die psychische Gesundheit der Schüler und die Schulbedingungen aus und ging dann sofort zurück an die Arbeit, um alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ihren Schülern und Familien zu helfen.

In der Version der Rechten sind wir die Bösewichte. Die Lehrer, die ihre Schüler:innen mit Einwanderungsanwälten in Verbindung setzen, sind von Bundesüberwachung betroffen. Die Schnell-Helfer-Gruppen, die sich zwischen ihre Nachbarn und die ICE stellen, müssen mit Tränengas verprügelt und getötet werden. Alles wurde aufgezeichnet und als anti-migrantische Propaganda verpackt, die darauf abzielt, uns als gewalttätigen Mob darzustellen. Wir riskierten jeden Tag der Besatzung unser Leben und unsere Existenz, und ich glaube, wir alle würden es sofort wieder tun.

Unsere Widerstandsbewegung wuchs zu etwas Mächtigerem heran als die Rechte. Wir lernten die Unterschiede der anderen kennen, und obwohl wir nicht immer jeden Streit beilegen konnten, waren wir uns alle einig, dass die Unterstützung unserer Nachbarn unsere oberste Priorität war. Teile der Stadt, die mehr Geld, Zeit und Ressourcen haben, ließen diesen Überfluss in die Viertel fließen, die ihn am dringendsten brauchten. Das Netzwerk gegenseitiger Hilfe, das wir gemeinsam aufgebaut hatten, stärkte sich mit der Zeit, und es dauerte nicht lange, bis ich die Leute fragen hörte, wie die Welt wohl ohne Geld oder Kapitalismus aussähe. Was wäre, wenn wir uns als Gemeinschaft gegenseitig unterstützen würden, anstatt uns nur um uns selbst zu kümmern? Je länger Metro Surge weiterging, desto mehr fühlte sich die amerikanische Lebensweise wie eine Kolonisatoren-Lüge an, weil Menschen aus allen Lebensbereichen auftauchten, um ihre Nachbarn zu unterstützen. Die Gier des Kapitalismus ist entlarvt, und wir wollen sie nicht.

Jener Schüler, der aus dem Bundesstaat geflohen war, schrieb mir letzten Monat und fragte, ob ich irgendwelche Notunterkünfte in der Nähe unserer Schule wüsste. Sein Vater war bereit, nach Minnesota zurückzukehren – sie hatten nur keinen Ort zum Schlafen. Sie hatten nichts als ihre Kleidung, die Aussicht auf einen Job in der Stadt und die Sehnsucht nach seiner Schulgemeinschaft. Vor ein paar Wochen betrat der Schüler zum ersten Mal seit Januar wieder unser Gebäude.

Dank unseres Widerstands wurde der Wendigo vorerst zurückgeschlagen, aber noch nicht besiegt. ICE lauert immer noch, schnappt Nachbar:innen auf heimlichere Weise, vielleicht bereit, die Zwischenwahlen im November zu sabotieren. Der einzige Weg nach vorn ist, unsere Koalition weiter aufzubauen, wie die Arbeiterbewegung von einst, die Bürgerrechtsbewegung und all die Befreiungsbewegungen der Welt. Den Faschismus zu besiegen ist unmöglich ohne Organisierung, ohne Generalstreiks und ohne Nachbarn, die füreinander einstehen. Wir haben uns von Schulen zu Gemeinschaften erweitert, von Stadt zu Stadt. Jetzt müssen wir uns über nationale Grenzen hinweg die Hände reichen. Wir müssen Ohanwaste zeigen, Großzügigkeit, und Essen mit denen teilen, die darum bitten. Jeder verdient Wo ohoda, Respekt. Und wir sind alle Verwandte, die Verbundenheit teilen, Tiospaye, egal woher wir kommen, wie wir aussehen, wen wir lieben oder welche Pronomen wir verwenden. Wir schulden es Kandiaronk und Taoyateduta, eine Welt aufzubauen, die auf Gemeinschaftschaftlichkeit und Gerechtigkeit basiert, nicht auf Reichtum und Gier. Wir schulden es Renee Good und Alex Pretti, füreinander einzustehen, komme was wolle. Und wir schulden es dem Schüler, der geflohen ist, ihm zu zeigen, dass er nach Minnesota gehört und er es besser macht, indem er einfach da ist.

Englische Originalversion

Boozhoo gakina awiya. Nindizhinikaaz Alli Kildahl, nindonjibaa Minneapolis, Mni Sota Makoce. Hello everyone. I am Alli Kildahl, and I am from Minneapolis, Minnesota, in the US. These are Ojibwe words, because my ancestors stole that land with trickery and violence from the Dakota and Ojibwe people. I am not Ojibwe or Dakota, but I am a teacher, and I want my students to learn the true language and culture of their land, Mni Sota Makoce.

I have learned many lessons from the Dakota people. If someone asks for food, give them food. This shows ohanwaste, or generosity. Everyone deserves wo ohoda, or respect. And we are all relatives who share kinship, or tiospaye. I use Dakota stories to impart these lessons to my students. I tell them the Ojibwe story of the Wendigo, a person who is consumed by greed, who stops sharing food with others, stops noticing that their greed is hurting others, and ultimately turns into an icy monster who hunts down innocent people, but is defeated by the bravery of a little girl who doesn’t want anyone to get hurt. 

My students also learn that the US forced the Dakota to sign treaties that gave up Dakota land in exchange for money and food the Dakota never received.  Why?  Because colonizers are greedy, and want more land and wealth, no matter the cost.  A respected Dakota leader named Taoyateduta, also known as Little Crow, counseled his people against violence, but when the Dakota went to war with the US in 1862, he proclaimed that he was not a coward and joined the fight. After 6 bloody weeks of resisting, the Dakota surrendered to the US, and President Abraham Lincoln signed the execution order for 38 Dakota warriors, the largest mass execution in US history. The Dakota were imprisoned in concentration camps and exiled from Minnesota in the dead of winter. Taoyateduta was tracked down by bounty hunters and killed for $500. Who is the Wendigo in that story?

When Europeans and Indigenous Americans began to exchange ideas during the Fur Trade, it became obvious that European society left much to be desired.  In the 17th century, an Indigenous Wendat thinker named Kandiaronk engaged in a comparative dialogue with Louis Armand, le Baron de Lahontan.  Lahontan attempted to convert the Wendat people to Christianity, but Kandiaronk pushed back.  What had Christianity done for Europe, or for anyone else?  Kandiaronkhad visited France and seen firsthand the way beggars were treated, left to starve in the streets because they had no money.  The king had the final say in every decision, and could change his mind on a whim, impacting the lives of all of his subjects by sending them to war or levying a tax.  Wealth and power reinforced each other, and if people had neither, their quality of life was miserable – and most of them simply accepted their positions.

In Wendat culture, and most Indigenous cultures around the world, generosity is the rule – people take care of each other.  Kandiaronk seemed to find Lahontan misguided, and the French selfish and greedy.  Who benefits from perpetuating the glorification of wealth?  Lahontan, deeply moved, wrote about his conversations with Kandiaronk, which in large part inspired the Enlightenment.  New ideas about good government and social contracts blossomed, leading to a skepticism of monarchies and classical liberal thought.

I don’t need to tell you what happened next.  Europeans colonized the globe, stealing land, labor, and resources from Indigenous people.  They kidnapped and shackled Africans, transported them across the Atlantic, and enslaved them in the New World.  Each colonizer state’s greed was outstripped by the next, and entire empires grew on conquest and theft.

European liberals had a guilty conscience.  How could they be good Christians if they were causing harm?  The answer was racism – a neatly-packaged explanation for why Indigenous people deserved to be plundered.  Europeans must be superior to all other races.  Europeans were the richest and the most powerful, after all.

And when Europeans imposed capitalism on the rest of the world, racism strengthened European hegemony.  Capitalism requires a permanent underclass of poor laborers – racism provided the perfect underclass.  If American Black folks couldn’t lift themselves up, they weren’t trying hard enough.  If white people couldn’t get rich, they just had to work harder – there were plenty of rich white people in the world, which proved that any white person could improve their status.  Capitalism provided the incentive structure for people of all races to prioritize self-interest over cooperation and coalition building.  If you take your eye off the ball in a capitalist system, you could go into debt and maybe even go to jail, so it’s best to keep your head down and make money.  Don’t worry about those child laborers over there, or the dangerous conditions in the meat-packing plant, or the lynchings in the South.  Definitely don’t build a union.  That could get you fired, and then you’d be out on the street.  But thanks to Progressive union leaders like Samuel Gompers, Mother Jones, and Eugene V. Debs, a union movement began to grow in the US, and workers began to realize that when they organize and fight, they win.  Thanks to them, we have a 40-hour work week, child labor laws, and workplace safety standards.

In the meantime, the US government became the star pupil of the European school of colonizer thought.  The US army took the American West, then, its appetite insatiable, it took Hawaii, Puerto Rico, Cuba, and the Philippines.  The US kept an eye on the entire Western Hemisphere for good measure.  Where would Filipinos be without American civilization?  How could Hawaiians maximize their pineapple profit without American capitalism?  The US convinced itself it was doing the world a favor, all while subjecting its Black residents to slavery, then to systemic racial repression.

Colonizers bullied the rest of the world long enough that it started to fight back, using the same rules it learned from the US and Europe.  Japan realized that it would be hollowed out unless it could convince the colonizers to leave it alone.  Chinese territories and Pacific islands began to fall to the reformed Japanese military.

Europe was devastated by the violence of the Great War and struggled to deliver adequate living conditions to its people.  Hitler and Mussolini staged their fascist takeovers, and the left was too weak to stop them.  The US could have easily fallen to the right, too – Huey Long and Charles Lindbergh would have been all too excited to take power and ally with Hitler.  The American labor movement remained intact, though, so when Roosevelt stepped up, he tapped into the left to implement the New Deal.  This suite of legislation, inspired by socialism and workers’ movements, delivered several state-run welfare programs, like social security, the Works Progress Administration, the Civilian Conservation Corps, and the National Recovery Administration.  And yet, the New Deal wasn’t perfect.  For all his accolades, Roosevelt didn’t do much for Black or Indigenous people.  But the New Deal did serve as a bastion against American fascism, and some of its policies carry on today.

By the time Japan attacked Pearl Harbor, Hitler had long since taken control of Central Europe, and the American debate about whether to intervene had gotten nowhere.  As soon as the US declared war on Japan, Hitler declared war on the US, and suddenly the Americans were fighting fascism in Europe.  The US coalition required an act of cooperation among races, social classes, and genders that had scarcely been seen in a colonizer society before, but the anti-German propaganda was convincing, and Americans at home and abroad were excited to fight an army they saw as evil.

The cracks began to show as the war raged on.  Why was the US government willing to fight to protect Jewish people in Europe from a racist regime just a few years after it had turned away the Jewish refugees aboard the MS St. Louis?  How could the US be a champion of freedom if it maintained Jim Crow segregation in the American South, the very system of racial apartheid that inspired the Nazi regime?  What did the US stand for, if not the internment of Japanese Americans in concentration camps, the gassing of Mexican immigrants and farm workers at the southern border, and the genocide against Indigenous people across the west and in American imperial holdings?  Black soldiers were treated with respect and dignity in Europe, only to return home and be forced back into the humiliating subjugation of white supremacy.  The US government had to defeat its racist enemies abroad, but to empower people of color and upend the unjust economy and power dynamics of the South was a bridge too far.

Those who fought, cried, and bled for the 1945 victory over fascism knew how difficult it had been to build the coalition and maintain it long enough to win.  People were fed up – they had lived through the poverty and uncertainty of the 1920s and 30s, only to risk their lives on the battlefield or in unsafe factories in the 40s.  Workers looked around at each other and remembered their power – they had just helped defeat fascism, and there was nothing they couldn’t do as long as they organized.

Like in Germany, 1945-46 saw the biggest wave of American labor actions in US history.  Factory and auto workers banded together and went on massive strikes, shutting down production across the country.  My educator union in St Paul, Minnesota, went on the nation’s first ever teacher’s strike in 1946, establishing collective bargaining for teachers, demanding better conditions in schools.

Natives of the Global South were granted more freedom of movement than they’d had before.  Now, when colonizers depleted their economies and resources, the people could choose to move to a rich country – if they had participated in the capitalist world order enough to produce the required amounts of money, that is.  Many decided to immigrate to the US, only to be treated like second-class citizens by people whose ancestors had stolen the land on which they now lived.  Immigrants were accused of everything from stealing jobs to being violent criminals, even though white Americans are far more likely to commit crimes than immigrants.

Neoliberalism took the stage.  The anti-poverty programs Johnson had built in the 1960s were dismantled by Reagan.  Business and capital would save everything – as long as we could pull ourselves up by our bootstraps.  Government programs have been intentionally gutted and barely left standing, just so the right can point at them and say, “Look, they don’t work.  Time to tear it all down.”  Once again, those with excess wealth are trying to consolidate their power over the rest of us.

Today fascism rises again.  Trump is testing the fences of the constitution, seeing what he can get away with, expanding his reach all the while.  His government is built on scapegoating immigrants.  While he avoids persecution for criminal behavior, he points at my neighbors and accuses them of fraud just because they’re Somali.  I looked around at my school community, which is filled with students of color, many of them first or second generation immigrants.  I had already known for years that I would put my body in front of them if gun violence came to our school.  Now I found myself committing to get between my students and an ICE invasion.  But I wondered – was there a way to stave the government off entirely?

We began to prepare by training each other in the ways of constitutional observation.  Our immigrant rights organizations and unions started forming the Signal groups we would come to rely on.  Whistles got passed around, and ICE raided workplaces and homes every once in a while.  Our response was immediate, nonviolent, and fierce.  Ripples started moving through our schools.  We would not let the federal government operate with impunity on our streets or among our students.  Keith Porter was killed by an off-duty ICE agent in Los Angeles, and we mourned his passing.  We hoped it wouldn’t happen in our cities.

One of my students told me he might have to flee the state.  He was so quiet last year, but in the last few months had finally started coming out of his shell.  He participated in our school’s first ever Latin American Heritage Celebration – he performed, and planned, and poured his heart and soul into that show.  I had a pit in my stomach at the thought that something could happen to him and his dad.  Other students’ families were making similar calculations.

Winter grew dark and cold.  The icy shadow of the Wendigo stretched across Minneapolis and St Paul.  On January 7th, Renee Good was murdered in Minneapolis by an ICE agent.  She had been responding to her neighbor’s kidnapping.  She was brave, and had wanted to defeat the Wendigo.  She was trying to get out of the way, and Jonathan Ross shot her in the face.  The Wendigo visited Roosevelt High School that afternoon and terrorized staff and students outside the building.

Families, community members, and staff began sheltering in place, afraid to leave their homes because the 3,000 ICE officers in Minnesota kidnapped dozens of people every day.  I remember Liam Conejo Ramos, the 5-year-old used as bait to lure his father out into the cold so agents could snatch them both.  I remember Chongly Scott Thao, a Hmong elder who wore nothing but a robe and Crocs, marched out of his home in the snow because ICE thought he was someone else.  I remember teaching a class, then checking the rapid response Signal chat to see that hundreds and hundreds of messages of ICE sightings and license plate checks had sped by when I wasn’t looking.  A colleague compared these masked, jack-booted thugs to the Ku Klux Klan, or slave patrols.  She wasn’t wrong – an arm of the state designed to protect the power and wealth of the few at the expense of everyone else.

I remember Dakota, Ojibwe, and other Indigenous folks being detained on the very land that had been stolen from them.  ICE agents took detainees to the Whipple Government Building at Fort Snelling, which had been built on sacred Dakota land in order to suppress and remove the Dakota from Minnesota.  This is not new history, it’s repeated.

We could have rioted, or fallen into cynical inaction.  Insteadwe did what we did in the aftermath of George Floyd’s murder: we organized.  Working through our union, the St Paul Federation of Educators, we created a communication and support structure that spread throughout the city.  We built a mutual aid, school patrol, and fundraising network that connected with the broader resistance to Metro Surge to form a force field around our affected families.  Groceries were delivered to folks sheltering in place.  Each school had community members armed with vests and whistles ready to call out ICE agents if they dared approach children.  And money started flowing to those who didn’t feel safe going to work so they could afford rent and utilities.

On the 23rd of January, we called on each other to organize a day of no work, no shopping, and no school.  If we could stop the economy for a day, it would get everyone’s attention, andshow the strength of our resistance movement.  The windchill was -45 degrees.  Upward of 100,000 people showed up; over 800 local businesses shut down, many of them immigrant-owned.  1 in every 4 Minnesotans participated in the strike in some way, even if they didn’t attend the march.

The next day, Alex Pretti tried to help and document his neighbor, who federal agents happened to be targeting.  He was murdered by federal agents Raymundo Gutierrez and Jesus Ochoa.

We had phones; they had tear gas.  Our hearts were broken; they were afraid of us, even though they were the ones with the weapons.  On the 30th of January, students led the call to expand the general strike and another 100,000 marched in hundreds of protests across the country.  Americans struggle to build coalitions because our politics are so flattened, but the occupation galvanized us – organizing these strikes became a matter of survival, and our coalition was iron-clad.

My school had been losing students, at first in small drips, then in a rush.  At the height of the occupation, the building was half-empty.  That student who had worried he would have to flee the state messaged me to say that he was leaving; ICE had banged down all the doors on his street that morning, so he’d fled to his uncle’s, leaving all his family’s belongings behind.  I tried to ask if he needed money, or food, or an escort of friendly cars on their way out of Minnesota until they were well beyond state lines – he said no.  He only wanted my help enrolling in online school so he could keep taking classes.  He fully intended to return to our school, almost like he knew this occupation would end one day.

I reached out to students to see if they needed groceries; two of my colleagues had been staying after work every day to stock, organize, pack, and run deliveries out of our make-shift food pantry.  I checked to see if any families needed help with rent – our social worker collected information from them and helped them connect with donated money.  I got to know Betsy, a librarian at a nearby high school who invited local businesses, charter schools, and parents into the mutual aid network.  Michou, a pre-kindergarten teacher at a nearby elementary school fought like hell to make sure our rental assistance fundraiser was distributing funds to the families that needed it most.  Emily, a school social worker, testified at the Minnesota State Capitol about the effects of the occupation on students’ mental health and school conditions, then went right back to work to do everything within her power to help her students and families cope.

In the right’s version, we are villains.  The teachers connecting their students with immigration lawyers are worthy of federal surveillance.  The rapid responders who show up to get between their neighbors and ICE need to be tear-gassed and beaten and killed.  It was all recorded and packaged as anti-immigrant propaganda, designed to paint us as a violent mob.  We risked our lives and livelihoods every day of the occupation, and I believe all of us would do it again in a heartbeat.

Our resistance movement grew into something more powerful than the right.  We learned about each others’ differences, and while we couldn’t always shore up every dispute, we could all agree that supporting our neighbors was our highest priority.  Parts of the city that have more money, time, and resources allowed that abundance to flow into the neighborhoods that needed it the most.  The mutual aid network that we built together strengthened over time, and it wasn’t long before I heard people start to wonder what the world would be like without money or capitalism.  What if we supported each other as a community, rather than just worrying about ourselves?  The longer Metro Surge went on, the more the American way felt like a colonizer lie, because people from all walks of life showed up to support their neighbors.  The greed of capitalism has been exposed, and we do not want it.

That student who fled the state messaged me last month, asking if I knew of any shelters near our school.  His dad was ready to return to Minnesota – they just didn’t have a place to stay.  They had nothing but their clothes, the promise of a job in town, and a longing for his school community.  A couple of weeks ago, the student stepped back into our building for the first time since January.

Thanks to our resistance, the Wendigo has been beaten back for now, but it hasn’t been defeated.  ICE is still hovering at the ready, snatching neighbors in sneakier ways, perhaps ready to sabotage our midterm elections in November.  The only way forward is to continue building our coalition, just like the labor movements of old, and the Civil Rights Movement, and all the liberation movements of the world.  Defeating fascism cannot happen without organizing, and general strikes, and neighbors showing the for each other.  We’ve reached from schools to communities, from city to city.  Now we need to join hands across national borders.  We need to show ohanwaste, or generosity, and share food with those who ask.  Everyone deserves wo ohoda, or respect.  And we are all relatives who share kinship, or tiospaye, no matter where we come from, what we look like, who we love, or what pronouns we use.  We owe it to Kandiaronk and Taoyateduta to build a world based on community and justice rather than wealth and greed.  We owe it to Renee Good and Alex Pretti to stand up for each other, no matter what.  And we owe it to the student who fled to show him that he belongs in Minnesota, and he makes it better just by being there.